Seit Anfang Mai ist die neue Kläranlage in Preith nach umfangreicher Sanierung in Betrieb und läuft ohne Probleme.

Besichtigung Klaeranlage Preith

 
Foto: Klärwärter Thomas Hirschbeck (Mitte) informiert Bürgermeister Wolfgang Wechsler (rechts) und den dritten Bürgermeister Christoph Daum aus Preith vor dem neuen Belebungsbecken über die Reinigungsleistung der Kläranlage in Preith (Foto: Siegfried Fries)

Nach dem Anschluss und dem Einfahren der neuen Anlage liegen nun die ersten Messwerte vor. „Alle behördlich geforderten Werte bei der Nitrat- und Phosphorreinigung und beim Kohlenstoffabbau können schon nach kurzer Zeit problemlos eingehalten werden“, zeigt sich Pollenfelds Bürgermeister Wolfgang Wechsler sichtlich zufrieden. Die Sanierung war notwendig geworden, da die Belastungsgrenze der Anlage erreicht war und in der Vergangenheit die Grenzwerte für das gereinigte Abwasser, das in die Altmühl eingeleitet wird, in den letzten Jahren immer wieder überschritten wurde. Auch die wasserrechtliche Genehmigung war im Jahr 2018 ausgelaufen. Geplante Baumaßnahmen der Gemeinde, wie die Erweiterung des Preither Gewerbegebietes Zachenäcker oder die Erschließung von Bauland wären nicht mehr möglich gewesen.

Der Gemeinderat Pollenfeld hatte sich daher bereits im Sommer 2017 aufgrund einer Variantenstudie und der Kostenvergleichsberechnung entschieden, die Kläranlage Preith zukunftsweisend als mechanisch-biologische Belebungsanlage mit aerober Schlammstabilisierung zu errichten und die Mischwasserbehandlung neu zu bauen. Den Zuschlag bekam damals die Firma ZWT, die einen Sondervorschlag als sogenanntes „Biocos–Verfahren“ umsetzte. Dieses Verfahren gilt als energiesparend, stabil, wartungsarm und gut in der Reinigung des Abwassers. Bei möglicher zukünftiger Verschärfung der Reinigungswerte ist die Anlage leicht erweiterbar.

Die Baumaßnahmen, die insgesamt 3,3 Millionen Euro kosten werden, sind sehr umfangreich. Neben einem Betriebsgebäude mit Photovoltaikanlage zur Stromversorgung, wurden auch ein Belebungsbecken, ein Absetzbecken und ein Regenüberlaufbecken errichtet. Saniert wurde auch der Zulaufbereich zur Kläranlage. Hierüber zeigt sich insbesondere der Klärwärter der Gemeinde Thomas Hirschbeck erleichtert: „Bisher blieb nach Regenfällen dort Schlamm und Sand im Kanal liegen. Für uns Gemeindearbeiter war die Entfernung in Handarbeit mit viel Zeit und sehr hohem Aufwand verbunden. Dies ist jetzt nicht mehr notwendig.“

Die Sanierung der Mischwasserbehandlung der Kläranlage steht noch aus und soll im Herbst abgeschlossen werden. Nach starken Regenfällen wird der erste „Spülstoß“ über die Kläranlage gereinigt, das übrige Mischwasser wird in den bisherigen Klärbecken (Volumen: 2.900 Kubikmeter) zwischen gespeichert und gedrosselt zur Altmühl geleitet.

Mit der Sanierung der Kläranlage Preith kommt die Gemeinde Pollenfeld ihren Pflichtaufgaben in der Abwasserentsorgung nach und leistet einen wichtigen Beitrag zum Gewässerschutz und für die künftige Entwicklung des Ortsteils Preith.

Vom Freistaat Bayern erhält die Gemeinde für die Kläranlage einen Zuschuss von 213.250 Euro.

Die restlichen Kosten der Abwasserreinigung werden von den Bürgern aus Preith durch die Beiträge und die Gebühren geleistet. Der Bescheid über die zweite Rate in Höhe von 30 Prozent der zu erwartenden Kosten wurde letzte Woche verschickt. Mit der letzten Rate will die Gemeinde bis Ende 2021 warten. (Bericht: Siegfried Fries)

 

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16 Jul
Gemeinderatssitzung
Datum 16.07.2020 19:30